Was zahlen die Krankenversicherungen für Heilpraktiker? Ein Überblick

11. April 2011

Naturheilverfahren erfreuen sich seit Jahren zunehmender Sympathie. Selbst bei schweren Erkrankungen wie beispielsweise Krebs nehmen betroffene Patienten gerne die sogenannte sanfte Medikation durch Heilpraktiker in Anspruch. Ob und inwieweit die Kosten der Heilpraktiker durch die Krankenversicherung im Einzelfall erstattet werden, ist jedoch oftmals unklar. Dabei geht es um ein so großes Spektrum von alternativen Heilmethoden außerhalb der Schulmedizin wie etwa die Homöopathie, die Akupunktur und die anthroposophische Medizin. Die Kostenübernahme für derartige Leistungen ist je nach privater oder gesetzlicher Krankenversicherung unterschiedlich geregelt.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen lehnen prinzipiell die Erstattung der Leistungen von Heilpraktikern ab. Wie so oft bedeutet prinzipiell aber auch, dass es Ausnahmen gibt. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind drei Ausnahmefälle zu konstatieren: Für Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr sind alternative Heilmaßnahmen zumeist erstattungsfähig. Dies gilt insbesondere für Präparate der anthroposophischen Medizin. Weiterhin sind verschreibungspflichtige Arzneimittel bestimmter Therapierichtungen, die nicht der Schulmedizin zugerechnet werden, generell im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang exemplarisch die Homöopathie.

Schließlich kann als dritter Ausnahmefall die Erstattung der Kosten für einen Heilpraktiker nach vorheriger Antragstellung und Zusage durch die Krankenversicherung erfolgen. Es handelt sich hierbei um Ausnahmen, die in jedem Fall vorher konkret zu erfragen sind. Denn das Bundessozialgericht ergänzt laufend seine Rechtsprechung zu erstattungsfähigen Kosten alternativer Heilmittel und -verfahren.

Eine private Krankenversicherung übernimmt in der Regel die Kosten für einen Heilpraktiker. Der Privatpatient muss jedoch die allgemein so bezeichnete Wissenschaftlichkeitsklausel in seine Überlegungen einbeziehen. Diese inzwischen vom Bundesgerichtshof neu gefasste Auflage regelt die Erstattungsfähigkeit von Heilverfahren, die nicht der Schulmedizin angehören. Die alternativen Verfahren müssen demzufolge vor allem nachprüfbar und erfolgversprechend sein sowie wissenschaftliche Mindeststandards erfüllen. Dies bedeutet, dass zum Beispiel Geistheilungen oder Magnetisierungen auch von einer privaten Krankenversicherung nicht erstattet werden. Wer einen Wechsel in die private Krankenkasse in Betracht zieht sollte beachten, dass sich die Voraussetzungen für einen Wechsel in die PKV in 2011 geändert haben.

Falls die Kriterien der aktuellen Wissenschaftlichkeitsklausel erfüllt sind, werden normalerweise die Kosten nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker übernommen. Die Beihilfe für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst ist entsprechend geregelt. Sofern sich ein Versicherungsnehmer für eine diesbezügliche Krankenzusatzversicherung interessiert, steht ihm eine große Auswahl zur Verfügung. Er hat jedoch zu gewärtigen, dass die Tarife normalerweise eine Kombination von Kostenübernahmen für Heilpraktiker mit anderen Leistungen wie etwa einer Zahnzusatzversicherung darstellen.

Vollkorn und Eiweiß schützen vor Jojo-Effekt

9. Dezember 2010

Niedriger glykämischer Index ist Schlüssel für Gewichthalten

Kopenhagen - Eiweißreiche Nahrung mit niedrigem glykämischen Index (GI) kann verhindern, dass man nach dem Abnehmen wieder an Gewicht zunimmt. Das berichten Forscher des EU-Projekts “Diogenes” in der Zeitschrift “The New England Journal of Medicine”. “Gewichtszunahme bekommt man besser in den Griff, wenn man auf die Quelle der Kohlenhydrate und die Proteine in der Nahrung achtet, als wenn man sich an derzeitige Ernährungsempfehlungen hält”, erklärt Studienleiter Thomas Meinert Larsen von der Universität Kopenhagen .

Der sogenannte “Jojo-Effekt” gehört zu den größten Gegnern aller Abnehmwilligen. Denn oft fällt es nach einer Gewichtsreduktion schwer, gewichtsmäßig im Normalbereich zu bleiben ohne wieder zuzunehmen. Die Suche nach den Faktoren, die hier auf Seiten der Ernährung mitspielen, war ein Ziel des Projekts, an dem sich auch das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE beteiligte.

Proteine machen Diäten erträglich
773 übergewichtige Erwachsene hielten dazu eine achtwöchige Reduktionsdiät mit 800 kcal pro Tag und verloren dabei durchschnittlich elf Kilogramm Körpergewicht. Anschließend machten sie mit ihren Familien ein halbes Jahr lang unter Beobachtung von Ernährungsberatern eine andere Diät, die per Zufall zugeteilt wurde. Dies war die Kombination von entweder hohem (25 Prozent) oder normalen (13 Prozent) Eiweißanteil, jeweils mit hohem oder niedrigem GI. Eine weitere Gruppe ernährte sich so, wie es die bestehenden Ernährungsempfehlungen vorsehen.

Ganz ohne Jojo-Effekt vollendete nur die Gruppe die sechs Monate, die einen niedrigen GI mit einem hohen Proteinanteil kombinierte. Diese Gruppe war auch diejenige, in der die wenigsten Teilnehmer aus der Studie ausstiegen. Am meisten - durchschnittlich 1,67 Kilogramm - nahm die Gruppe zu, die sich an genau die entgegengesetzte Empfehlung hielt. Die Ernährung nach den gültigen Richtlinien landete dabei nur im Mittelfeld.

Vorrang für Vollkornbrot
“Laut den Ergebnissen hilft ein niedriger GI denen, die in Gefahr einer Gewichtszunahme sind - während sich Normalgewichtige weniger Sorgen machen müssen. Zudem kommt proteinreiche Ernährung gut an, was vor allem auf ihre sättigende Wirkung zurückgehen dürfte”, so Larsen. Der “glykämische Index” zeigt an, wie viel Zucker ein Kohlenhydrat nach der Verdauung im Blut freisetzt. Je höher dieser Wert ist, desto rascher und höher steigt der Blutzucker. Das bestimmt auch den Anstieg der Insulinausschüttung, die ihrerseits die Fettverbrennung bremst.

Der Studienleiter betont, dass die GI-Auflistung der Lebensmittel kein alleiniges Maß für gesunde Ernährung ist. “Teils haben auch sehr fettreiche Lebensmittel einen niedrigen GI-Wert. Dennoch empfiehlt es sich, bei bestimmten Grundnahrungsmitteln wie etwa Brot, Nudeln und Reis auf nicht raffinierte bzw. Vollkorn-Produkte zu achten.” Proteinreich sind hingegen mageres Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier und fettarme Milchprodukte. “Wer den Klimaschutz ernst nimmt, gibt pflanzlichen Proteinen den Vorrang. Diese sind in Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Kernen enthalten”, rät Larsen.

Außer Acht lassen darf man allerdings nicht, dass Ernährung nur einer von mehreren Faktoren für Gewichtszunahme bzw. deren Vermeidung ist. Auch Sport und Bewegung haben eine wichtige Funktion für die Verhinderung des Jojo-Effekts. Die Originalstudie finden Sie hier .

Länge des Zeigefingers zeigt Prostatakrebs-Risiko

7. Dezember 2010

Menge an Sexualhormonen im Mutterleib entscheidet über Fingerlänge

Die Länge der Finger eines Mannes kann Hinweise darauf liefern, wie hoch sein Risiko ist, an Prostatakrebs zu erkranken. Forscher der University of Warwick und des Institute of Cancer Research haben herausgefunden, dass Männer, deren Zeigefinger länger ist als der Ringfinger, deutlich weniger wahrscheinlich erkranken. Die Wissenschaftler machten diese Entdeckung, nachdem sie die Hände von 1.500 Krebspatienten mit denen von 3.000 gesunden Männern verglichen hatten.

Die Länge der Finger wird vor der Geburt festgelegt und soll mit der Menge an Sexualhormonen in der Gebärmutter in Zusammenhang stehen. Weniger Testosteron vor der Geburt führt zu einem längeren Zeigefinger und könnte daher im späteren Leben gegen Prostatakrebs schützen.

Ros Eeles, eine der Autorinnen der Studie, erklärte, dass dieser Zusammenhang näher erforscht werden müsse. Würden die aktuellen Studienergebnisse jedoch bestätigt, könnte daraus ein einfacher Test zur Feststellung des Prostatakrebs-Risikos entwickelt werden. “Die Längen der Finger könnten beim Screening berücksichtigt werden, vielleicht auch in Kombination mit anderen Faktoren wie der Familiengeschichte und Gentests.”

Männer mit kürzeren Zeigefingern sollten aber nicht übermäßig besorgt sein, so Helen Rippon von The Prostate Cancer Charity. Über diese Charakteristik verfügten mehr als der Hälfte der Männer und sie bedeute nicht, dass man wirklich an Prostatakrebs erkranken wird. Weltweit wurde 2008 bei rund 913.000 Männern Prostatakrebs festgestellt. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen lebten in der westlichen Welt. Details der Studie wurden im British Journal of Cancer veröffentlicht.

Aspirin: Kleine Menge täglich senkt Krebsrisiko

7. Dezember 2010

Regelmäßige Einnahme könnte Sterbezahlen um 25 Prozent reduzieren

Oxford - Eine kleine Dosis Aspirin täglich senkt das Risiko, an einer Reihe von verbreiteten Krebsarten zu sterben deutlich. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der University of Oxford gekommen. Laut dem Team um Peter Rothwell könnte die Einnahme die Sterbezahlen um mindestens ein Fünftel senken.

Es ist bereits bekannt, dass Aspirin das Risiko von Herz- und Schlaganfällen bei Menschen mit einem erhöhten Risiko verringern kann. Es wird jedoch angenommen, dass der Schutz bei kardiovaskulären Erkrankungen bei Erwachsenen zu gering ist und das Medikament das Risiko von Blutungen im Magen und Darm erhöht.

Schutz gegen Krebs
Die aktuelle Studie zeigt, dass beim Abwägen der Risiken und Vorteile auch der Schutz gegen Krebs berücksichtigt werden sollte. Patienten, die Aspirin einnahmen, verfügten über ein um 25 Prozent geringeres Risiko innerhalb der Laufzeit der Studie an Krebs zu sterben. Zusätzlich verringerten sich die allgemeinen Sterberaten im Vergleich mit Patienten ohne Aspirin um zehn Prozent.

Die Behandlung mit Aspirin dauerte zwischen vier und acht Jahren. Die Langezeitbeobachtung von rund 12.500 Patienten ergab, dass der schützende Effekt bei Frauen und Männern und rund 20 Jahre lang anhielt. Rothwell erklärte, dass die Studienergebnisse die Reduktion der Sterbezahlen durch eine langfristige Behandlung auch unterschätzen könnten.

Das Risiko, an Krebs zu sterben, verringerte sich im Verlauf von 20 Jahren um mindestens 20 Prozent. Bei Darmkrebs senkte sich das Risiko um 40 Prozent, bei Lungenkrebs um 30 Prozent, bei Prostatakrebs um zehn Prozent und bei Speiseröhrenkrebs um 60 Prozent. Die Auswirkungen bei Bauchspeicheldrüse, Magen und Gehirn waren aufgrund der geringeren Sterbezahlen schwer zu quantifizieren. Für eine Aussage über Brustkrebs oder Eierstockkrebs lagen ebenfalls keine ausreichenden Daten vor.

Tägiche Dosis von 75 Milligramm
Die Autoren gehen davon aus, dass für gesicherte Aussagen nicht genug Frauen an den Tests teilgenommen haben. Großangelegte Studien zur Untersuchung der Auswirkungen bei diesen Krebsarten sind in Vorbereitung. Rothwell betont, dass er gesunde Menschen mittleren Alters nicht dazu aufrufe, sofort mit der Einnahme von Aspirin zu beginnen. Es könne jedoch eine Überlegung wert sein. Laut Studie ist eine tägliche Dosis von 75 Milligramm ausreichend. Das ideale Alter, mit der Einnahme zu beginnen, liege zwischen 45 und 50 Jahren. Eingenommen werden sollte das Medikament für einen Zeitraum von rund 25 Jahren.

Für die in The Lancet veröffentlichte Studie wurden die Daten von rund 25.000 Patienten ausgewertet, die zum Großteil aus Großbritannien stammten. Experten wie Peter Elwood von der Cardiff University erklärten laut BBC, dass die Vorteile der Einnahme häufig die Risiken wie Blutungen ausglichen.

Viren entdecken mit Laserstrahlen

17. November 2010

Dr. Hulda Clarks Forschungen basieren ja auf dem Syncrometer. Es hat den Vorteil, dass man in kurzer Zeit und zu geringen Kosten viele Tests durchführen kann. Aber es hat zwei Nachteile: erstens, es zu verwenden ist schwierig. Zweitens, das Verfahren wird nicht als wissenschaftlich anerkannt. Deshalb ist es von Interesse, wenn neue Testverfahren entwickelt werden, die auf elektrische Weise Giftstoffe oder Erreger nachweisen können.

Hier ist ein solches Verfahren, entwickelt von der University of Georgia (USA): Mit einem Laser kann man Viren innerhalb von Sekunden finden. Das infrarot-nahe Laserlicht wird von der DNA bzw. RNA verschiedener Erreger gestreut. Anhand der Streuung kann man feststellen, um welches Genmaterial es sich handelt. Die Viren zeigen also ihren „Fingerabdruck“. Wenn man das Muster der DNA kennt, zeigt das Gerät alle vorhandenen Erreger an, man muss also nicht einzeln nach jedem Erreger suchen. Das ist natürlich extrem effizient. Der Test dauert außerdem nur Sekunden.

Weitere Vorteile sind, dass sogar ein einzelner Virus detektiert wird und auch Mutationen erfasst werden können.

Der Virenscanner funktioniert bisher nur in vitro, es können also noch keine Lebewesen abgescannt werden, aber der Weg führt dahin. Den englischen Originalbericht mit Video finden Sie hier.

Männer im Wechsel: Unerkannt und unbehandelt

2. November 2010

Was bei Frauen in aller Stärke auftritt und als Krankheitsbild anerkannt ist, sorgt beim männlichen Geschlecht für Verwirrung und Unklarheit, die zumeist auf Unwissenheit basiert. Die Rede ist vom männlichen Wechsel. Ein US-Urologenteam der Northwestern University hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass 95 Prozent der Fälle unerkannt und daher auch unbehandelt bleiben. Auch der Linzer Sexualmediziner Georg Pfau (http://www.sexualmedizin-linz.at) kommt gegenüber pressetext zum gleichen Schluss.

“In den meisten Fällen werden die Symptome als Midlife-Crisis abgetan”, meint Pfau. “Die Betroffenen berichten nicht über das Nachlassen der sexuellen Leistungsfähigkeit, sondern über depressive Stimmungen, Energiedefizit, Müdigkeit, Schlafstörungen sowie Muskelab- und Fettaufbau”, so der Mediziner. Gesellschaftlich würden diese Zustände sehr häufig mitleidig belächelt. Dass der Hormonabbau ab dem 20. Lebensjahr beginnt, sei eine Tatsache. Kritische Werte würden dann zumeist ab dem 45. oder 50. Lebensjahr auftreten.

Mindestens fünf Mio. US-Bürger betroffen
“Der Hypogonadismus des alternden Mannes, auch Klimakterium virile genannt, zeigt sich durch niedrige Testosteronwerte und die damit in Verbindung stehenden Störungen”, berichtet Robert Brannigan, Urologe am Northwestern Memorial Hospital. Die männlichen Hoden erzeugen deutlich weniger Testosteron. “Trotz der hohen Prävalenz der Störungen bleiben bis zu 95 Prozent nicht diagnostiziert. Die Folge davon ist eine Einbuße der Lebensqualität”, so der Mediziner. Betroffen davon sind laut Experten mindestens fünf Mio. Männer. Die Zahlen könnten jedoch bedeutend höher sein.

Auch Pfau weiß aus eigenen Erfahrungen, dass viele Betroffene Anti-Depressiva schlucken, die nicht immer Hilfe bringen. “Damit ist das Problem keineswegs gelöst”, meint der Mediziner, der auch in Österreich große Wissensdefizite ortet. Gründe dafür sind das Negieren der Krankheitsbilder, aber auch eine allgemeine Stigmatisierung des Themas. “Außerdem gibt es Männer, die zwar ihre Schwächen erkennen, aber nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen.” Ähnlich berichtet auch Brannigan: “Männer leiden oft still vor sich hin”, so der Forscher.

Lebensqualität ganz einfach erhöhen
“Gerade weil die Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen, muss man reagieren”, schreibt Brannigan. Die Verabreichung von Testosteron ist heute kein großes Problem mehr, erklärt der Experte. Doch dies sei nicht bei jedem Patienten möglich. Abgeklärt werden sollte vorher dringend, ob ein Prostatakrebs ausgeschlossen werden kann.

Vor der Verabreichung des Hormons wird der aktuelle Hormonstatus über das Blutbild erhoben. “Doch ebenso wichtig ist ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Mediziner”, betont Pfau. “Denn nur dieser kann auch klar erkennen, ob tatsächlich eine solche Behandlung sinnvoll ist.” Der Hormonstatus alleine sei nicht aussagekräftig, da es auch junge Menschen mit niedrigeren Testosteronwerten gibt.

Arzt warnt, dass 5 von 6 verschreibungs-pflichtigen Medikamenten nutzlos sind

16. Oktober 2010

Die größte englische Zeitung, der Telegraph, zitierte letzten Monat einen amerikanischen Experten mit der Aussage, dass 5 von 6 verschreibungspflichtigen Medikamenten nutzlos sind.

“Grosse Firmen haben einen großen Wirbel gemacht um patentierte Medikamente, riesige Summen ausgegeben, um Ärzte dazu zu bewegen sie zu verschreiben, und schwerwiegende Nebenwirkungen heruntergespielt”, sagt Prof. Donald Light, ein Soziologe und Professor für vergleichende Gesundheitspolitik an der medizinischen Universität von New Jersey, USA.

Wenn man die Nebenwirkungen der Toxizität der Medikamente in Betracht ziehe sowie den häufigen Missbrauch, so Prof. Light, so seien sie “eine bedeutsame Todesursache”. Dies wurde im medizinischen Journal JAMA schon vor Jahren aufgerollt, wo eine Analyse ergab, dass medizinische Behandlung die dritthäufigste Todesursache ist (http://jama.ama-assn.org/cgi/content/extract/284/4/483).
Prof. Light, der auch schon Veröffentlichungen im “British Medical Journal” und “Lancet” publiziert hat, sagt weiter, dass Resultate von unabhängigen Experten zeigen, dass 5 von 6 neuen Medikamenten wenig bis gar keinen Nutzen erbringen. Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Statine zur Senkung von Cholesterin seien ein typisches Beispiel eines über Gebühr vermarkteten Produktes, das als Wunderpille zur Verhinderung von Herzinfarkten angepriesen wurde, trotz Belegen, dass sie oft mehr schaden als nützen.

Da eben der profitabelste Kunde derjenige ist, der sein Leben lang Medikamente einnehmen muss, ohne jedoch zu sterben, kommt es immer mehr in Mode, Medikamente zu verschreiben, um bestimmte Werte im Körper zu verändern — z.B. Blutdruck, Cholesterin oder andere. Betablocker wurden Jahrzehnte lang bei hohem Blutdruck vorbeugend gegen Herzinfarkt verschrieben (und werden immer noch), doch nun weiß man, dass dies überhaupt nichts nützt (vgl. Schweizer Sonntagszeitung vom 31.10.2008, “Herzschutz durch Betablocker ist eine Illusion”).

Dieselbe Logik wird bei “erhöhten” Cholesterinwerten angewendet, wobei die Definition von “erhöht” sich ja ständig ändert, d.h. der Schwellenwert immer tiefer angesetzt wird, so dass immer mehr Menschen einen “erhöhten” Wert haben und damit dauerhaft Kunden der Pharmaindustrie werden. Wenn Ihnen diese Worte einseitig erscheinen, dann möchte ich daran erinnern, dass Cholesterinsenker die umsatzstärkste Medikamentengruppe überhaupt ist, noch vor Chemotherapeutika, Antidepressiva und anderen (ebenso fragwürdigen) Kassenschlagern.

Leider greift auch bei den Cholesterinsenkern die Logik nicht. Zwar zeigen Studien, dass die Anzahl von Herzinfarkten aufgrund der Cholesterinsenkenden Medikamente verringert wird, die Gesamtsterblichkeit an allen Ursachen aber bleibt konstant, weil ja die Medikamente auch Nebenwirkungen haben. Dies hat eine neue Studie gezeigt, welche in den “Archives of Internal Medicine” im Juni veröffentlicht wurde [Arch Intern Med. 2010;170(12):1024-1031]. Das Journal ist ein Anhängsel des weltweit anerkannten medizinischen Fachjournals JAMA.

Es handelt sich dabei nicht um eine kleine Studie, sondern um eine Zusammenfassung aller verfügbaren Studien zu Thema; das waren total 11 Studien mit über 60.000 Probanden. Die Schlussfolgerung war: “Es gibt keine Hinweise, dass die Abgabe von Cholesterinsenkern bei Patienten, die vorher keine koronare Herzkrankheit hatten, von Nutzen ist.”
Informieren Sie sich selbst hier.